4. Liga: FC Kestenholz - FCH 2:4 (1:0)

Gelitten, gekämpft, gewonnen

FCH: Hürst, Büttiker, Nützi, Gutschier, Graber, Liechti, Bhend, Nünlist, Marbet, Studer S., Lenz
Auswechselspieler: Fischer, Moser, Zeltner, Scicchitano, Baumgartner, Studer F.

Tore: 12. Kestenholz 1:0, 49. Liechti 1:1, 60. Studer S. 1:2, 63. Kestenholz 2:2, 85. Liechti 2:3, 90. Liechti 2:4

Liebes Tagebuch

Heute hatten wir wieder einen Match, diesmal auswärts gegen Kestenholz. Mann, wie ich mich auf diese Derbys freue! Das Spiel begann zwar erst um 19.30h, aber ich habe versucht mich gleich auf das Spiel vorzubereiten wie sonst. Die Teigwaren hätten zwar noch etwas mehr Salz vertragen können, aber sonst gelang mir das gut, glaube ich.

Auf der Hinfahrt habe ich mit Scudi noch etwas über den Gegner gesprochen; wir haben ja doch schon einige Male gegen den FCK gespielt. Wir waren beide der Meinung, dass es einen richtigen Fight geben würde, denn "in Kestenholz gewinnt nicht die Mannschaft, die besser spielt, sondern jene, die den Sieg mehr will". Ich fühlte mich richtig gut und war bereit fürs Spiel!

Beim Einlaufen lief es etwas komisch, viele meiner Pässe kamen nicht sauber und flach sondern setzten auf und holperten zum Mitspieler. Aber ich habe versucht mich noch mehr zu konzentrieren und dann ging es etwas besser. Nachdem wir uns in der Garderobe nochmals eingestimmt hatten, ging es endlich los!

Die erste Halbzeit verlief sehr harzig für uns. Wir hatten Mühe mit dem Spielaufbau, einerseits aufgrund der Passqualität, andererseits aber auch wegen der mangelnden Laufbereitschaft. So brachten wir den FCK ins Spiel und nachdem ich im Spielaufbau den Ball verloren hatte, konnten sie das 1:0 erzielen. Wir haben versucht uns ins Spiel zu kämpfen und konnten uns tatsächlich gegen Ende der Halbzeit etwas steigern. Die beste Möglichkeit hatten Büttiker und Lenz, die jedoch den Abpraller von Bhends Weitschuss nicht im Tor unterbringen konnten.

In der zweiten Halbzeit war dann einiges los. Wir konnten gleich mehr Druck erzeugen und Liechti konnte kurz nach der Pause ausgleichen. Es ist immer wieder faszinierend anzusehen, wie Liechti mit dem Ball seine Gegenspieler überlaufen kann. Wir waren nun eigentlich besser als der Gegner, aber ich habe mir dann leider einen weiteren Aussetzer geleistet... Niemals hätte ich diesen Rückpass auf Hürst spielen dürfen, denn der Stürmer lauerte auf genau diesen Ball und fing ihn ab. Hürst konnte nicht mehr viel machen und erwischte den Gegner am Fuss: Penalty. Glücklicherweise konnte ihn der Kestenholzer nicht im Tor unterbringen, Glück gehabt! Nur wenige Zeigerumdrehungen später konnte Studer nach einem Querpass sein erstes Tor für den FCH notieren und wir gingen endlich in Führung. Auch spielerisch waren wir zu diesem Zeitpunkt besser im Spiel als der Gegner, was eigentlich optimistisch stimmen sollte. Aber nachdem ein Kestenholzer Angreifer meinen Befreiungsschlag mit der Brust geblockt hatte und der Ball schön in seinen Lauf fiel, hatte ich keine Chance mehr ihn zu stören. Und weil Hürst für den Spielaufbau mit aufgerückt war, konnte der Gegner das Runde ohne grosse Mühe im Eckigen unterbringen und ausgleichen. Mein Selbstvertrauen war nun endgültig im Keller und ich will nicht lügen, liebes Tagebuch, das Reden, das Passspielen und das Laufen war mir noch nie so schwer gefallen wie in dieser Phase. Ich hatte sogar noch ein weiteres Mal Glück, nachdem ich mit einem schlechten Rückpass Hürst erneut in Bedrängnis brachte. Aber zu unserem Glück hatten wir noch Liechti, der mit seinem zweiten Treffer rund fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit die Führung markierte. Danach durfte ich endlich vom Platz. Bisher hatte ich mich noch nie über eine Auswechslung gefreut, aber heute war es eine wahre Erlösung! Die Kestenholzer hatten konnten nicht mehr wirklich gefährlich auf den Ausgleich drücken und Liechti konnte nach einem Konter sein drittes persönliches Tor an diesem Tag notieren.

Ich war wirklich froh, dass mir die Mannschaft und vor allem Liechti aus dem Schlamassel geholfen haben und wir den Match dennoch gewinnen konnten. Phasenweise musste man fast sagen, dass 10 Härkinger gegen 12 Kestenholzer spielten... Aber diese Herkulesaufgabe meisterte s'Zwöi mit Willen und mit dem stetigen Glauben an den Sieg. Nächstes Mal will ich dann aber unbedingt wieder Anteil an unserem Erfolg haben und nicht den Gegner im Spiel halten und das Spiel für die Zuschauer unnötig spannend machen! Auch nächste Woche spielen wir dann zu ungewohnter Zeit, nämlich am Sonntag um 14.30h zu Hause gegen den FC Wolfwil. Geil, wenn die Saison mit drei Derbys beginnt!